Der Hund und die Ukulelen

Er sei der musikalischste Hund der Welt, hat Eleonor mir gesagt. Tatsächlich ist er fast an jedem Jam dabei und macht mit, auf seine Art: Mal liegt er still und versonnen da, hebt plötzlich den Kopf, bewegt die Ohren. Dann wiederum steht er auf, macht Anstalten zu gehen, wird ungehalten. Auch schon ist er eingeschlafen und es gab Abende, an denen er mitgesungen, geheult, gejault hat, zu den Ukulelen.

Eins ist klar, er ist dabei, gehört zum Jam, mit seinem Körbchen, Getränk und seinen Sacks. Wenn es ihm total zu wider wäre, wüsste er sich schon zu wehren. Kann schon sein, dass er tatsächlich der musikalischste Hund der Welt ist.

Profi? – Warum denn?

Am letzten Dienstag bin ich total beflügelt heim. Es hat so Spass gemacht. Die Post ist richtig ab am Ukujam in der Musikwerkstatt in Brugg. Manchmal fühle ich die andern so stark. Man schaut sich an, lacht, und zäg, ich mache einen Fehler, vergreife mich kurz für ein kurzen Augenblick und ein schelmisches Lächeln. Tja, dass Fehler mir keine Sorgen machen und einfach dazugehören – das habe ich im Ukujam gelernt oder sagen wir – vertieft.

Mit 62 Jahren weiss ich, dass Fehler ok sind und kann sogar einigermassen damit umgehen. Beim Musizieren war es aber immer heikel. Musik ist sehr nahe an der Seele und diese wurde gedemütigt, als ich als Kind hätte lernen sollen, Klavier zu spielen. Fehler waren definitiv nicht gewünscht und toleriert. Der Ukujam beflügelt mich, weil das Spiel im Schwarm im Mittelpunkt steht, das was entsteht, wenn wir gemeinsam singen und schrummen. Super, man muss kein Profi sein – man kann sich ausprobieren, auch mit der Schnörregige oder einem Solo zwischendurch. Also Ladies, packt die Gelegenheit am Schopf!

Freue mich auch den kommenden Dienstag, Marianne

Fast wie vorher

Eigentlich bin ich nicht so fan von: Schön, alles ist wieder wie vorher! Mir gefällt es, wenn etwas los ist, wenn Veränderungen möglich sind.

Zurück im Dampfschiff zu sein ist schön. Es ist anders, die Welt hat sich verändert und im Dampfschiff weht ein anderer Wind. Ich habe mich nicht getraut, 2 Kg Zwetschgen mitzubringen und auf die Theke zu stellen, damit geschnaust werden kann.

Es kommen weniger Leute an den Jam, gestern waren es neun, eine Woche früher waren es drei. Es sollten mehr sein, damit es sich lohnt, heisst es und das ist verständlich.

Das mit der Hemmung in Sachen Zwetschgen und Mindestjamzahl irritiert mich. Weiss nicht, ob mir das gefallen soll. Was aber klar ist, ist das Feeling. Sobald wir spielen und singen, egal wieviel wir sind, bin ich zufrieden, glücklich und inspiriert. Zwetschgen hin oder her. Der Jam ist frei und unabhängig. Er kann überall stattfinden, Hauptsache wir finden den Draht zueinander, die Stimmung, den Groove, den Flow und in diesem Fall finde ich es megaschön, dass alles noch ist, wie vor Corona.

Bis bald, Marianne